|

|
Stellen Sie sich vor: Da ist eine Wiese, eine schöne, gepflegte Wiese. Mit Blumen und Schmetterlingen und allem drum und dran. Und nun stellen Sie sich vor: Da ist etwas passiert auf Ihrer Wiese. Sie wollen es nicht so recht beachten, nicht wahrhaben, am liebsten ignorieren.
Dieses etwas verschwindet von der Oberfläche Ihrer Wiese in den Untergrund, wie ein Maulwurf. Der Maulwurf ist da. Er buddelt und rumort unter Ihrer schönen, gepflegten Wiese – ob Sie es nun bemerken (wollen) oder nicht.
Früher oder später ist es soweit. Der Maulwurf hält es nicht länger aus. Er will raus, will Beachtung, macht sich Platz. Und plötzlich taucht er auf, der Maulwurfshügel. Mitten auf Ihrer gepflegten Wiese. Wie aus dem Nichts, störend und irgendwie krankhaft verschandelt dieser Haufen Ihre Wiese.
Gehen Sie nun mit aller Vehemenz gegen diesen bösartigen Maulwurfshügel vor? Treten Sie ihn platt? So, wie Sie es bislang vielleicht immer getan haben? Mag sein, dass Sie so diesem ersten unerhörten Haufen bei kommen. Dennoch können Sie sicher sein: Ein weiterer und grösserer Maulwurfshügel wird an anderer Stelle Ihren DIN-gerechten Rasen noch mehr verschandeln. Ein blödes Spiel. Finden Sie nicht auch?
Warum bringt sich das Problem Maulwurf immer wieder auf diese unschöne Art und Weise in Erinnerung? Und vor allem: Was könnte den Maulwurf dazu bewegen, Ihre Wiese in Zukunft in Ruhe zu lassen? Damit die Hügel wie von selbst verschwinden und sich die Grasnarbe wieder schliessen kann?
Taucht so ein Maulwurfshügel auf, geht man zum Arzt. Der untersucht einen, stellt eine Diagnose und unterbreitet einem Vorschläge zur Behandlung der Symptome. So weit so gut. Dagegen ist nichts einzuwenden. Körperliche Symptome gehören in die Hände von Ärzten / Heilpraktikern.
Gestatten Sie mir an dieser Stelle eine kleine Zwischenfrage: Haben Sie sich bislang ausschliesslich um die Behandlung Ihrer Hügel gekümmert oder spielen Wiese und Maulwurf auch eine Rolle?
|
|
„Wenn sich der körperliche Zustand verschlimmert, verbessert sich der geistige Zustand, und umgekehrt.“
[Joachim-F. Grätz]
|
Normalerweise pendeln wir in unserem ganz individuellen Tag-Nacht-Rhythmus. Zwischen Stress und Regeneration, zwischen Anspannung und Erholung, zwischen Energie verbrauchen und Energie aufnehmen. Ein steter natürlicher Wechsel, den wir als gesund bezeichnen und empfinden. Die Wiese wächst und gedeiht.
Dann passiert etwas, das diesen eingespielten Rhythmus stört, Ihnen vielleicht sogar die Füße wegzieht, Sie trifft wie ein Schlag, Sie kurzum eiskalt erwischt. Das Pendel bewegt sich überwiegend im Stress-Bereich. Häufig u.a. erkennbar an kalten Händen und Füßen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Unausgeglichenheit. Der Maulwurf betritt die Wiese.
Das hat durchaus seinen Sinn. Denn so haben wir die Chance, alle Kräfte und Reserven zu mobilisieren, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, d.h. das Problem / den Konflikt zu lösen. Haben wir das innerhalb kurzer Zeit geschafft, pendeln wir wieder in unserem ganz individuellen Tag-Nacht-Rhythmus: Der Maulwurf verschwindet. Gelingt uns das nicht, bleibt das Pendel im Stress-Bereich: Der Maulwurf vergräbt sich.
Und je mehr wir das Problem vor uns her schieben, desto mehr rumort es im Untergrund und desto heftiger wird es auf der körperlichen Ebene als Symptom zu Tage treten: Maulwurfshügel werden sichtbar.
Schenken Sie dem Maulwurfshügel UND dem Maulwurf Ihre Aufmerksamkeit.
Was die körperlichen Symptome angeht, sind Sie bei Ärzten / Heilpraktikern in guten Händen. Und was Ihren Maulwurf angeht: Erzählen Sie Ihrem besten Freund, was in Ihnen rumort oder nehmen Sie auch hier Hilfe in Anspruch. Ansonsten kann es Ihnen passieren, dass Ihre Wiese im Laufe der Zeit aussieht wie ein Sturzacker.
Hat der Maulwurf keinen Grund mehr in Ihrer Wiese zu buddeln, können Sie wieder in Ihren ganz individuellen Tag-Nacht-Rhythmus zurückkehren. Dabei ist es unerlässlich, dass sich Verbrauchtes wieder auffüllt und regeneriert. Häufig erkennbar u.a. an Fieber, Entzündungen, Schlappheit, dem Bedürfnis, sich gesund zu schlafen. Auch hier sind Ärzte / Heilpraktiker gefragt. Ist diese Phase überstanden, ist der Maulwurf mitsamt seinen Hügeln verschwunden.
Beobachten Sie sich. Denken Sie zurück. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse. Sind Maulwürfe und ihre Haufen wirklich krankhaft und störend?
|